Subunternehmer
Ein Subunternehmer, auch Nachunternehmer genannt, ist ein offiziell rechtlich und wirtschaftlich unabhängiges Unternehmen, welches aufgrund eines abgeschlossenen Werk- oder Dienstvertrages im Auftrag eines anderen Unternehmens (Hauptunternehmer) eine Leistung erbringt.
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Ein Subunternehmer bezieht in der Regel seine Aufträge vom Hauptunternehmer, der durch öffentliche Ausschreibungen oder andere Akquise zu den Aufträgen für sein Unternehmen kommt. Meist sind die Aufträge so voluminös oder aber in einem eng gesteckten Zeitrahmen zu erledigen, dass der Hauptunternehmer auf externe Hilfe (von einem Subunternehmer) angewiesen ist. Um Aufträge fristgemäß zu erledigen, partizipieren Subunternehmer von den vollen Auftragsbüchern der großen Unternehmen. |
Viele Firmen setzten in jüngster Zeit im Rahmen von Rationalisierungsmaßnahmen verstärkt Subunternehmer ein, denn durch das sogenannte Outsourcing können Kosten minimiert werden. Das Unternehmen bleibt flexibel und kann auch größere Aufträge dank der Subunternehmer kostengünstig und somit wirtschaftlich realisieren.
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Die vorwiegend in der Bauwirtschaft, der Reise- und Logistikbranche
anzutreffende Subunternehmerschaft ist wohl die niedrigste Hierarchiestufe in
einer Selbstständigkeit, denn das volle Risiko eines Auftrages werden dem
Subunternehmer aufgebürdet, während der Hauptauftragnehmer in der
Gewinnabschöpfung einige Stufen über dem Subunternehmer steht.
In der Regel werden auch nur „Hungerlöhne“ an Subunternehmer gezahlt, die
trotzdem noch froh sind, ihr vielleicht aus der Arbeitslosigkeit heraus
gegründetes Unternehmen mit den Aufträgen aus einer Subunternehmerschaft über
Wasser halten zu können.
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Einen Vorteil hat der Subunternehmer auch: Oftmals wird er mit Aufträgen; basierend auf entweder guten Erfahrungen des Hauptauftraggebers bei der Erledigung bisheriger Arbeiten oder wegen der momentan zur Verfügung stehenden großen Anzahl von Aufträgen, überschüttet. Dann ist der Subunternehmer ein Glied in der Kette der boomenden Wirtschaft und trägt mit seinen Steuern auch noch zum Wohlergehen der gesamten Gesellschaft bei. |
Nachunternehmen, Subunternehmen und Servicepartner im Einsatz
In der Transport- und Logistikbranche hat sich der Einsatz von
Nachunternehmern (Subunternehmer) inzwischen so entwickelt, dass viele Firmen
ohne eigenen Fuhrpark agieren.
Rechtliche Grundlage für Aufträge und Verträge mit einem Subunternehmer sind die
Bestimmungen eines abgeschlossenen Werkvertrags oder des Werkliefervertrags. Als
potenzielle Vorteile beim Einsatz von Subunternehmen können die Einsparung von
Lohn- und Lohnnebenkosten angesehen werden. Außerdem muss kein kostenintensiver
Fuhrpark vorgehalten werden. Für viele „Speditionen“ ein einträgliches Geschäft;
brauchen sie doch nur ein Büro mit allen erforderlichen Kommunikationssystemen,
gegebenenfalls noch eine Lagerhalle für logistische Aufgaben.
So arbeiten zum Beispiel die meisten Paket- und Kurierdienste bei der Zustellung und Abholung mit zahlreichen Subunternehmen aus dem Bereich Kleintransporte und Lkw bis 7,5 t zusammen. Beispielgebend kann die Deutsche Post genannt werden, die mit ihren Subunternehmen im Bereich Paketzustellung (DHL- hier heißen Subunternehmer Servicepartner) eine Vorreiterrolle ausübt. Aber auch andere Unternehmen, wie GLS und Transmed bedienen sich der Subunternehmer und können aufgrund des Überangebotes an Transportkapazitäten die Konditionen oft erheblich drücken.
Subunternehmer am Bau
Auf vielen Baustellen in Deutschland sind durch preiswerte (selbstständige)
Arbeitnehmer aus dem Ausland oder Subunternehmer die Baukosten in einem
vertretbaren Rahmen zu halten. Da der Druck durch die Bauherren oder
Auftraggeber immer größer wird, verlagert sich die Bauausführung ständig weiter
nach unten. Viele Baufirmen sind nur noch im administrativen Bereich tätig,
während billigere Subunternehmer vor Ort für möglichst wenig Geld den Auftrag
ausführen. Speziell im Trockenbau, bei der Fenstermontage, beim Rohbau, Estrich
oder im Bereich Dachdecker arbeiten oftmals nur noch Subunternehmen, wobei auch
Qualitätsmängel dann nicht auszuschließen sind.
Bei den Vergaberichtlinien der Auftraggeber spielt meist nur das Thema
Angebotspreis eine entscheidende Rolle.
Tätigkeitsbereich und Vertrag
Weitere Tätigkeitsschwerpunkte für Subunternehmen sind neben den genannten Arbeiten am Bau und im Transportgewerbe die Montage, Reinigung und Gebäudereinigung, der Sicherheitsdienst, Autotransport, die Neuwagen-Überführung, der Gerüstbau, das Adressmarketing sowie Callcenter-Aufgaben.
Subunternehmer – Vertrag – Rechtssicherheit
Egal in welcher Branche Sie Aufträge als Subunternehmer annehmen möchten, als
absolute Grundlage für eine erfolgreiche Auftraggeber- Auftragnehmer- Beziehung
sollte immer ein wasserdichter Subunternehmervertrag vorhanden sein. In diesen
Vertrag gehören alle relevanten Einzelheiten, wie Vertragsgegenstand,
Vertragsbestandteile, Leistungsänderungen, Zusatzaufträge, Vergütung,
Arbeitskräfte und Nachunternehmen, Ausführungsfristen, Vertragsstrafe,
Vergütungsgefahr, Abnahme, Mängelansprüche, Zahlung und Skonto,
Sicherheitsleistung, Bauleistungsversicherung, Baustrom, Bauwasser,
Baureinigung, Bauschuttbeseitigung, Kündigung, Schlussbestimmungen und sonstige
Vereinbarungen schriftlich fixiert.
Eine Vorlage und die Möglichkeit zum Download für einen Mustervertrag findet man
im Internet.
TIPP:
Beachten Sie bei den Verträgen, dass seit dem 01.04.2004 die Erweiterung des §
13b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG gültig ist, nach dem die Umsatzsteuer für
Subunternehmer am Bau durch die auftraggebende Baufirma zu entrichten ist!
Subunternehmer gesucht – Subunternehmer sucht
Wer als Subunternehmer einen Auftrag sucht, hat verschiedene Möglichkeiten. Die beste und Erfolg versprechende ist, wenn man schon Verbindungen in seriöse Unternehmen hat, bei denen man bereits positive Erfahrungen über die Zahlungsmoral und Fairness in dieser Partnerschaft gemacht hat.
Eine weitere Möglichkeit ist, bei bekannten und großen Unternehmen in der
gewünschten Branche gezielt nachzufragen und sich zu bewerben. Dies kostet
nichts und der persönliche Kontakt fördert oftmals die Bereitschaft der
marktbeherrschenden Unternehmen, es mit dem „kleinen, unbedeutenden
Subunternehmer“ zu probieren, der in der Regel keine Konkurrenz darstellt.
Weiterhin gibt es im Internet eine Vielzahl von Subunternehmer – Börsen, die nur
darauf warten, Auftraggeber und Auftragnehmer zusammenzubringen.
Fazit:
Eine Subunternehmerschaft ist kein Zuckerschlecken und die Erträge dabei halten
sich auch in Grenzen. Sie kann aber der Einstieg in eine halbwegs gesicherte
Existenz sein und sollte von beiden Vertragspartnern –wie der Name auch sagt-
als Partnerschaft gesehen werden.
Dies ist weder auf den Baustellen die Regel noch bei den zahlreichen
Transportunternehmen, die Subunternehmer beschäftigen. Trotzdem lässt sich das
Thema nicht verdammen, da bei Einhaltung des Reglements für beide Seiten
Vorteile und Gewinne zu erwirtschaften sind.
Allerdings belegen Meldungen in den verschiedenen Medien immer wieder, dass vor allem ausländische Subunternehmer, wie Polen oder Tschechen regelrecht ausgebeutet werden und oftmals unter erbärmlichen Bedingungen ihr Dasein fristen, um ein paar Euro als Subunternehmer zu verdienen.
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